So funktioniert die Falle
Die Ware erreicht den Zielhafen. Statt der Lieferung kommt eine Rechnung mit Gebühren, die nie vereinbart wurden — oft ein Vielfaches des Warenwerts. Fragen nach einer Kostenaufschlüsselung werden abgelehnt. Die Botschaft ist klar: zahlen, oder die Ware bleibt einbehalten bzw. wird auf eigene Kosten zurückgeschickt.
Was ist eine normale LCL-Gebühr — und was nicht?
Branchenübliche Richtwerte helfen, überhöhte Rechnungen frühzeitig zu erkennen. Beträge pro Sendung bzw. pro Kubikmeter (CBM).
📦 Was ist ein CBM? Ein Kubikmeter (CBM) ist etwa so gross wie eine Waschmaschine (1 × 1 × 1 Meter). Als Faustregel gilt: 1 CBM wird oft wie 1'000 kg abgerechnet — je nachdem, was mehr ist, Gewicht oder Volumen, wird verrechnet. Bei kleinen, aber sperrigen Sendungen wird meist trotzdem eine Mindestgebühr für 1 CBM fällig.
Beispiel: Ein 100-kg-Paket wiegt weniger als 1 Tonne, gilt aber trotzdem oft als 1 CBM Mindestmenge. Die reinen Entkonsolidierungskosten liegen dann meist bei ca. 30–75 USD, zuzüglich fixer Hafen- und Dokumentengebühren von ca. 50–150 USD pro Sendung — macht insgesamt oft 150–300 USD für eine kleine LCL-Seefrachtsendung.
Richtwerte gemäss öffentlich zugänglichen Brancheninformationen (u. a. DHL Global Forwarding, GEODIS, Freightos). Tatsächliche Kosten variieren je nach Route, Volumen und Spediteur. Liegt eine Forderung deutlich über diesen Spannen und wird eine Aufschlüsselung verweigert, ist besondere Vorsicht geboten.
Diese Richtwerte beziehen sich vorwiegend auf europäische Häfen. In anderen Weltregionen (z. B. Nordamerika, Naher Osten, Afrika, Asien) können abweichende Gebührenstrukturen und Preisniveaus gelten.
Gebühren-Check: Liegt Ihre Rechnung im normalen Bereich?
Geben Sie das Volumen oder Gewicht Ihrer Sendung ein und vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihrer tatsächlichen Rechnung.
Was Betroffene berichten
Öffentlich einsehbare, unabhängig voneinander verfasste Erfahrungsberichte zeigen dasselbe Muster — ohne Namensnennung der beteiligten Unternehmen.
Ein Importeur bestellte Ware aus China im Wert von CHF 1'000.—. Am Zielort verlangte die Spedition CHF 2'050.— an Gebühren.
Keine KostenaufschlüsselungEin Importeur hatte keinen Einfluss auf die Wahl des Zielagenten.
Kein Wettbewerb möglichVereinbarte Tarife wurden am Zielort nicht anerkannt.
Vereinbarte Tarife nicht anerkanntEs wurden Gebühren von rund £2'000.— verlangt.
Ware als DruckmittelAus eigener Erfahrung
Philippe Tanner, Gründer von FairFreight International, kennt dieses Muster aus eigener Erfahrung — seine öffentlich einsehbare Bewertung eines Speditionsunternehmens:
„Solche Unternehmen könnten versuchen, Sie durch überhöhte Preise unter Druck zu setzen...“
— Philippe Tanner, Gründer FairFreight International
Rechtlich gesehen: Wer hat die Verfügungsgewalt?
Bei CIF, CFR, CPT und CIP geht die rechtliche und tatsächliche Verfügungsgewalt über die Ware bereits mit Übergabe an den Frachtführer im Abgangsland auf den Käufer über — nicht erst bei Ankunft. Gerichte haben zudem entschieden, dass eine separate „Delivery Order Fee" dem avisierenden Spediteur nicht zusteht (OLG Düsseldorf, Urteil vom 25.1.2018, I-20 U 82/17). Dieser Hinweis hat in der Praxis oft genügt, um Speditionen zur Herausgabe der Ware zu bewegen — ganz ohne Gerichtsverfahren.
Dies ist keine Rechtsberatung. Bei konkreten Streitfällen empfehlen wir eine Einzelfallprüfung durch einen Anwalt.
So schützen Sie sich — bevor es passiert
Ein FairFreight-Zertifikat bestätigt vor dem Versand digital und SHA-256-signiert, welche Kosten am Zielort anfallen.
Jetzt Zertifikat erstellen